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Logistik: Blockchain-Technologie optimiert Palettentausch – aber nur, wenn …

logistik und Blockchain

„Zu viel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zu viel Misstrauen immer ein Unglück.“ Was es mit diesem Zitat des Schriftstellers Jean Paul auf sich hat, klärt sich beim Lesen dieses Artikels:

Papierwirtschaften, Leerfahrten, Unklarheiten. Gerade in der Logistik ist es eineVergangenen August berichteten wir ja bereits über die Probleme, die beim Palettentausch auftauchen können. Und es zeigt sich immer mehr: Dieser Vorgang scheint eines der schwächsten Glieder in der logistischen Effizienzkette zu sein.

Die daraus folgende Erkenntnis vieler Unternehmen: Bevor man sich über einen neuen Fuhrpark mit hohen Anschaffungskosten Gedanken macht, zum Beispiel, kann man auch mit einem bedeutend kleineren finanziellen Investment dauerhaft Kosten reduzieren, zeiteffizienter agieren und Emissionen senken. Letzteres wird ohnehin zur Pflicht, schließlich will die EU den Treibhausgas-Ausstoß von Lkws und Transportern bis 2025 um 15 Prozent senken, bis 2030 sogar um 30 Prozent.

Die Wertschöpfungsketten-Optimierer von GS1 Germany entwickeln in diesem Kontext derzeit eine Blockchain für den Palettentausch.

Blockchain? Wie war das gleich noch mal?

Als Blockchain bezeichnet man eine chronologisch erweiterbare Datenbank. Es gibt eine Ausgangsdatei, den sogenannten „Schöpfungsblock“. Weitere Blöcke respektive Daten werden dann, nach einer Überprüfung auf Richtigkeit, mit diesem verbunden. Das Besondere daran: Die Datenbank liegt nicht auf irgendeinem Server – denn jeder Nutzer hat eine vollständige Kopie. Und da jeder Block respektive jeder neue Eintrag mit dem vorhergegangenen Block verbunden ist und die gesamte (unveränderbare) Historie enthält, gilt die Blockchain-Technologie als fälschungssicher. Der Proof erfolgt dabei ohne menschliche Verwaltung oder Beglaubigung mittels Algorithmen.

Man erhofft sich durch die Blockchain-Technologie sogar betrugssichere Wahlen.

Bereits in den frühen 90ern wurde an Blockchain-Konzepten gearbeitet, aber erst rund 20 Jahre später, mit der Einführung der digitalen Währung Bitcoin, die man wie eine „Anwendung“ auf der „Plattform“ Blockchain verstehen kann –, ist der Begriff einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Allerdings: Der konkrete Einsatz im Arbeitsalltag ist nach wie vor Zukunftsmusik. Die großen Chancen lassen sich jedoch schon ganz gut erahnen …

Zurück zum Palettentausch

Natürlich macht man sich auch in der Logistik Gedanken über den Einsatz von Blockchains. So auch beim erwähnten Palettentausch. Den gedanklichen Ansatz umreißt Regina Haas-Hamannt, Projektleiterin bei GS1 Germany, gegenüber der Deutschen Verkehrs-Zeitung (DVZ): „Es wäre um ein Vielfaches effizienter, wenn ein Auftraggeber Ladungsträger von Dritten aus der Region bekommen könnte. Doch dafür müsste er wissen, wo Paletten zur Verfügung stehen.“

Das größte Problem bei der Umsetzung ist dabei ein ganz menschliches: Misstrauen. Denn die Technologie erfordert Transparenz bei den Teilnehmern. Nicht wenige fürchten hier, wichtige Markt-Informationen zum eigenen Nachteil preiszugeben. Und so empfinden es auch die Teilnehmer beim Blockchain-Test von GS1 Germany. Zu den beteiligten Unternehmen und Institutionen gehören unter anderem die Deutsche Bahn, DHL, SAP Deutschland und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik. Wie die DVZ berichtet, benötigten diese viel Zeit, um sich auf einen konkreten Funktionsumfang zu einigen – denn nur wenige der rund 30 Teilnehmer waren und sind bereit, alle beim Palettentausch entstehenden Daten offenzulegen.

Man entschloss sich infolge dazu, die Infos durch strenge Lese- und Schreibrechte zu filtern. Wirklich transparent ist das Projekt daher nicht. Aber durchaus realitätsnah, wird der Informationsfluss doch durch Administratoren rund um die Uhr überwacht.

In der Praxis…

Konkret ersetzt werden soll in diesem Test das Papierdokument mit dreifachem Durchschlag an der Rampe. Alles, was der Fahrer in die Datenbank eingibt – Tauschpartner, entladene und geladene Paletten –, wird dann allen legitimierten Beteiligten übermittelt. Wie geschrieben, sind diese Informationen unveränderbar und kontrolliert.

In einem Portal laufen schließlich alle Informationen zusammen. Also freie Ladungsträger oder auch aktuelle Kontostände.

Fazit

Es lässt sich für den Palettentausch also resümieren: Papierwirtschaften und Unklarheiten kommen durch Blockchains gar nicht erst auf. Auch lassen sich dadurch Fahrten mit Leerpaletten eindämmen (vielleicht braucht ja schon das Unternehmen im Nachbarort ein paar …). Und Emissionen werden infolge auch reduziert.

Ob aufgrund des Misstrauens gegenüber dem Teilen von Daten in diesem Test aber eine Praxistauglichkeit erzielt wird, bleibt fraglich.

Quellen

Foto CC0 Public Domain via Unsplash




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